Zywa Liedloses Lied

War ich geweckt
von rasselnden Eimern
wie klopfender Regen

gegen das Brüllen
die pfeifende Einatmung
und die grübelnden Seufzer

des Orgelmonsters?
Gekrümmte Pfeifen blasen mich
in den Weltraum, alles verschiebt sich

bis ich keinen Halt mehr habe
und mein Körper sich in Trance
auflöst zwischen wringenden Klängen

Kompakt wie eine Untertasse
schwenke ich immer schwerer
durch Oktaven von Weltraumschutt

mit angehaltenen Atem
aussehend nach dem erlösenden
Licht der ewig fernen

Schwerkraft, die mich
schmelzen und verbrennen
wird, wenn ich jemals ankomme

Falscher Sirenengesang lockt mich
mit Harmonien, in denen
das Dashboard aufleuchtet

meine Gedanken wieder klar
um einen Kurs zu bestimmen
und wegzugehen

von dieser Depression
als ob es Ziele gibt
Hoffnung und Verlangen

tummeln durch den Sternennebel
wie das klatschende Wasser
aus den Quellen der Moldau

Das Monster brüllt wieder mit -
verrücktmachend
zum Auseinanderplatzen

und Abtreiben
in Trümmer, klopfend
gegen die Stille

wie das Ende eines Platzregens
Aber nach der Ruhe rollen Massen
turmhoch rüber, immer

schwebe ich
zwischen Traum und Tat
Schlaflos

brabble ich noch ein wenig
watend in Gleichmutigkeit
Liedlos

Gedicht 4298
Amsterdam, 2022-02-06
Liedlosigkeit (Maxim Shalygin) - 2022
"Songlessness" (2022, Maxim Shalygin), ausgeführt vom Amstel-Quartett (Saxophone) und Una Cintina (Orgel), am 5. Februar 2022 im Orgelpark
Gekrümmte Pfeifen: Saxophone
"Vltava" ("Die Moldau", 1874, Bed?ich Smetana)

Band: ORG Elp Ark 
Stichwort:  
Komponist: Shalygin, Maxim 

Zywa
Komponist
Shalygin, Maxim
NiederländischEnglisch5-7-5
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