Zywa Wo sind die Vögel?

Es ist so ruhig draußen, nie wieder
wird er in der Loggia stehen, nie wieder
wird er mich ansehen, nie wieder

nie wieder wird er mich berühren

Ich konnte nicht schlafen, kehrte zurück
zum ersten Licht um ihn zu waschen
und einzubalsamieren, sein Geist war gegangen

er war nicht mehr dort, wo er lag
und ich kniete, umarmte seinen Körper
und weinte die kalten Tücher nass

Seine Arme waren stark wie Säulen
mit bloßen Händen
konnte er einen Löwen in Stücke zerreißen

alle Frauen liebten ihn, sie hatten keine Ruhe
sie durchstreiften die Straßen und Plätze
immer kamen sie an seinem Haus vorbei

Sie warfen sich hin und her, träumten
von seinen schwarzen Haaren
sie hielten ihn fest und ließen nicht los

sie wollten in seinem Schatten liegen, sein Kopf
zwischen ihren Brüsten legen, von seiner Hand
Honig essen und ihn an ihre Mutter vorstellen

aber er wählte mich, die ganze Nacht
liebten wir uns im Freien
die Granatäpfel dufteten köstlich

Der Winter und der Regen waren vorbei
Sträucher und Bäume blühten auf
und Vögel sangen im ganzen Land


Zywa Waar zijn de vogels

Het is zo stil buiten, nooit meer
zal hij in de loggia staan, nooit meer
zal hij me aankijken, nooit meer

nooit meer raakt hij mij aan

Ik kon niet slapen, keerde terug
bij het eerste licht om hem te wassen
en te balsemen, zijn geest was geweken

hij was niet meer waar hij lag
en ik knielde, omarmde zijn lichaam
en huilde de koude doeken nat

Zijn armen waren sterk als pilaren
met blote handen
kon hij een leeuw aan stukken scheuren

alle vrouwen hielden van hem, ze hadden
geen rust, liepen de straten en pleinen af
altijd kwamen ze langs zijn huis

Woelend droomden ze
van zijn zwarte haren
ze grepen hem vast en lieten niet los

ze wilden in zijn schaduw liggen, zijn hoofd
tussen hun borsten leggen, uit zijn hand
honing eten en hem voorstellen aan hun moeder

maar hij koos mij, heel de nacht
vrijden we in de open lucht
heerlijk geurden de liefdesappelen

De winter en de regen waren voorbij
struiken en bomen kwamen in bloei
en in heel het land zongen vogels


Zywa Where are the birds?

It is so quiet outside, never again
will he stand in the loggia, never again
will he look at me, never again

never again will he touch me

I could not sleep, I returned
at the first light to wash and embalm him
his spirit was gone

he was no longer where he lay
and I knelt, embraced his body
and wept the cold cloths wet

His arms were strong as pillars
with bare hands
he could tear a lion to pieces

all the women loved him, they had no rest
walked down the streets and squares
always passing his house

They tossed and dreamed
of his black hair
they grabbed him and did not let go

they wanted to lie in his shadow, put his head
between their breasts, eat honey from his hand
and introduce him to their mother

but he chose me, all night
we made love in the open air
in the sweet scents of pomegranates

The winter and the rains were over
shrubs and trees were blossoming
and birds sang all over the country

Gedicht 3601
Amsterdam, 2021-03-31
Maria Magdalena (Jerusalem im Jahr 30 CE)
Hoheslied
Richter 14:5,16:29

Band: Der König
Stichwörter: Liebeskummer, Bibel 
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