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Drei Frauen zwischen den Grabtomben eines Friedhofs (auf der Südseite des Ölbergs in Jerusalem) Die jüngste Frau (Hanna) trägt Orange, die Farbe der Liebe; sie reinigt eine Grabtombe mit einem Tuch und einem Eimer Wasser Die Frau mittleren Alters (Miriam, der Turm) trägt Blau, die Farbe des Glaubens; sie liegt auf einem der Wege aus flachen Steinen Die älteste Frau (Miriam, die Mutter) trägt Grün, die Farbe der Hoffnung; sie blickt über den Teil des Friedhofs, der sich im Theatersaal befindet MIRIAM, die Mutter [1-117] Hallo, ich bin Miriam - Maria, sagen die Griechen Ich habe den Kronprinzen geheiratet Wir haben allen geholfen die Hilfe brauchten denn darum geht es doch Wenn man König ist - gekrönt oder inoffiziell - lebt man für das Wohl aller [10] Das ist Der Weg Alle Wege Gottes führen zu unseren Nächsten Es war nicht leicht denn der wichtigste Teil des Landes war von den Römern besetzt und wir in den Randgebieten wurden überwacht Für sie waren wir Feinde [20] Rebellen, Mörder Sie verstanden nichts von unserem Glauben ernannten einfach Hohepriester die gar keine Priester waren Der wahre Hohepriester war ein Verbannter der entlang der Grenze zog und mit jungen Leuten über die Revolution sprach - [30] die Rückeroberung des Landes Bis die Kavallerie kam und ihn verhaftete Sie nahmen ihn mit, weit weg zur Festung, wo der Geburtstag des Königs gefeiert wurde und Prinzessin Salome tanzte Die Männer starrten auf ihren nackten Bauch und der König forderte sie auf [40] sich etwas zu wünschen Das Mädchen befragte ihre Mutter, die Königin und verlangte dann den Kopf des Heiligen Zu ihrem Entsetzen erhielt sie ihn, mal kurz, aus Respekt nein, aus Spott wurde der Kopf den Verwandten gegeben was sie in ihrem Aufstand bestärkte [50] Natürlich gab es einen Nachfolger: Simeon, den Sohn des Jona Unser ältester Sohn salbte ihn zum neuen Hohepriester - im Exil, so wie auch wir leben mussten, dort in Galiläa MIRIAM, der Turm [] [MT] [MM][1-220] Hallo, ich bin Miriam - die Miriam mit dem Titel 'Der Turm' Prämisse Inhaltsangabe Zusammenfassung Jahreszahlen |
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Spiel 1.500 Wörter, 100 Minuten Spieldauer Links: eine Gasse führt von der unsichtbaren Straße zur Vorderseite der Bühne und dann nach rechts, entlang eines einfachen Hinterzimmer mit Tisch und Stühlen, und eine Truhe mit einem Tuch darüber, auf der Brote liegen Rechts: entlang der Gasse liegt auch der Innenhof des Hauses, mit einem großen Baum und einem Stapel Schilfbündel Eva (70 Jahre alt) trägt Rot, die Farbe der Leidenschaft; sie flickt ein Kleid Rana (60 Jahre alt) trägt Purpur, die königliche Farbe; sie sitzt an einem Tisch und schreibt Zina (40 Jahre alt) trägt Grün, die Farbe des Wachstums; sie kommt mit zwei Körben aus einem anderen Zimmer, legt die Brote hinein, und spricht zum Publikum im Theatersaal
Erster Akt: Der Hausmeier ZINA [1-12] Ah, da sind Sie ja! Dann können wir unsere Geschichte beginnen Erzählen oder verschweigen - das ist die Frage in unserem Land Aber das macht nichts Es ist und bleibt unser Land - ein anderes Land als eures [10] Und es ist unsere Zeit Lange vor eurer Zeit Doch die Geschichte ist auch eure Geschichte Rana hört auf zu schreiben Eva hat Zainab das Kleid gegeben, die es ihr hinhält; Eva dreht sich um und wendet sich dem Publikum zu Rana blickt nachdenklich Eva presst die Hände vor den Mund und Zina kehrt zurück; sie bleibt vor dem Hof stehen Zina schnuppert in die Luft und tritt zögernd ein Ende des ersten Akts Zweiter Akt: Der Leutnant Zwischen Gasse und Hof ist ein Tor aus Schilf geflochten; die Frauen stecken Palmzweige hinein Ende des zweiten Akts Dritter Akt: Ehrenhaftes Leben Ein starker Wind weht; das Tor ist umgestürzt und der Baum ist auf das Dach des hinteren Zimmers gefallen; das Dach ist eingestürzt; die Frauen sitzen auf dem Boden und befestigen Seile an einer großen Plane Der Wind lässt nach Aus der Gasse werfen die Frauen die Seile in den Hinterraum; dort holen sie sie auf; in den Ecken werfen sie die Seile hinüber in den Hof Im Hof ??spannen die Frauen die Plane über dem Hinterraum; dort, wo der Baum steht, müssen sie die Plane herunterschlängeln Die Plane liegt über dem Hinterraum; nun muss sie noch festgezurrt werden Eva zieht kräftig an einem der Seile Zina bindet ein Seil an die Truhe neben der Tür zum Innenhof EVA [-] [E] [R] [Z] Wenn etwas möglich ist wenn es hätte passieren können dann ist das interessant für Nachbarn und Freundinnen Und die Männer, die etwas davon mitbekommen urteilen schnell denn niemand ist unschuldig also muss es wahr sein Wenn sich herausstellt dass eine Frau allein zu Hause war könnte sie Besuch gehabt und zu Intimitäten verführt worden sein Und wenn es falsche Zeugen gibt die sie beschuldigen mit pikanten Details über ein zerknittertes Kleid und wirre Haare nach der Beschreibung eines eiligen Schattens in ihrer Straße dann mag das schon genügen dann kann sie bereits aus Neid verurteilt werden Prämisse Inhaltsangabe Zusammenfassung Jahreszahlen |
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Dunkelheit Ein Grollen in der Ferne Der Wind frischt auf Mit dem Tagesanbruch legt sich der Wind Ein großes Zelt steht da Vier Schatten von Frauen im Zelt Miriam (siebzig Jahre alt) und Rebekka (zwanzig Jahre alt) arbeiten an einem einfachen Webstuhl Emzara (fünfzig Jahre alt) spinnt Wolle mit einer Handspindel Lilith (dreißig Jahre alt) tanzt Lilith tritt heraus als Bauchtänzerin und vollführt anmutige Armbewegungen; während sie die Anwesenden im Saal locker anspricht, tanzt sie immer wieder ein wenig [1-52] Wie erzählt man etwas? Wie erklärt man seinen Kindern zum Beispiel, woher Opa und Oma kommen? Kain erfand Gott Gott hatte Opa aus dem Lehm gezogen und Oma aus einer Rippe Adams erschaffen Kain wusste damals noch nicht wie das funktionierte: der kleine Rüssel des Mannes kam erst später hinzu als Zufügung zur Frau-Mensch, und jetzt da wir das wissen, müssen wir es beim richtigen Namen nennen: Gott schuf die Frau-Mensch und, mit einer Anpassung auch den Mann-Mensch Schluss mit Mann und Männ-in! Schluss mit Isch und Isch-Scha Und dann tun wir gleich auch etwas gegen die Verwendung der Wörter Fee und Hure; man könnte sie erweitern mit Mann-Fee und Mann-Hure bi- und non-bi-Fee und -Hure Trans-Fee und Trans-Hure - und so weiter, aber ich persönlich ziehe es vor, es einfach zu halten: Schluss mit Fee und Hure! Ich bin nicht da um angeschaut aber nicht gesehen zu werden und ich bin gewiss keine Mannequin, kein Männchen! Lilith hält einen Moment inne Es ist inzwischen heller geworden im Zelt Feen sind einfach Geister Nennen wir sie also so: Geister Und Mann-Menschen legen sich leichter neben eine Frau-Mensch als umgekehrt, daher gibt es in der Praxis mehr Mann-Huren als Frau-Huren Viel mehr Mann-Menschen vergewaltigen Beim Wort vergewaltigen blickt Emzara auf Während Lilith weiterredet, steht Emzara auf und geht durch das Zelt eine Frau-Mensch als umgekehrt Sie sind die Huren! Für Frau- Menschen ist der Begriff diskriminierend stigmatisierend, unbrauchbar! Mann-Menschen sind Huren wenn sie aus sind auf eine Gelegenheit ihren erregten kleinen Rüssel in jemand anderen zu stecken Emzara seht Lilith eindringlich an Während Lilith weiterredet, geht Emzara auf sie zu Sie setzt sich nah neben sie Huren sind Menschen, ja ja die viele Sexualpartner haben Nenne sie Bumser - männlich, weiblich, was auch Bumser ist ein Wort, das für alle verwendbar ist, genau wie das Wort Mensch In der Gesellschaft ist jeder: Mensch! Nur zuhause bleibt ein Geschlechtsunterschied Zuhause halten wir die Worte Vater und Mutter hoch aufgrund der biologischen Unterschiede bei der Zeugung von Kindern und der Funktionsweise von Müttern und Vätern Kurze Sprechpause Wie erzählt man etwas? Welche Worte sind richtig? Kain erfand Gott als unsere Vater-Mutter Adam und ich sind Menschen und dann, als ich bereit war ließ ich ihn zum ersten Mal in mich eindringen... und Kain wurde geboren Unser Leben veränderte sich! Wir erfreuten uns an unserem Kind doch die Zeit im Paradies war vorbei Von da an ging Adam oft allein los [130] Ich hatte ihm beigebracht auf die Standorte der Obstbäume zu achten und seiner Nase zu vertrauen um zu erkennen, wo die Früchte reif waren Und ich hatte ihm beigebracht früher als die anderen aufzustehen schon im Mondlicht aufzubrechen und ein kleines Stück weiter weg der Erste zu sein, derjenige [140] der die reifen Früchte pflückt Er war damit nicht ganz zufrieden er fühlte sich in seinem Stolz verletzt Und ich erinnere mich dass er sich nicht traute eine Frucht zu essen, aber weil ich davon nicht krank wurde konnte ich ihn zu einem Biss verleiten Trotzdem wurde er sauer [150] anstatt mir zu danken Später drehte er bei, aber er betrachtete das Früchtepflücken nie als séine Arbeit Kain erkannte das bald und erfand daraufhin das Paradies mit dem Baum und der Schlange und Gottes Verbot denn wenn man Gott einmal im Kopf hat wird man ihn nicht mehr los, man muss immer eine Fortsetzung erfinden [160] wie die Geschichte vom Apfel Nun ist es Rebekka, die aufblickt und näher rückt oder der Feige, einer reifen Frucht mit der Schlange, die uns verführte und dem Wissen, das wir erlangten und der Reise, die wir unternahmen Adam ging voran Er kannte den Weg, sagte er Und ich habe geschwiegen Er folgte einfach dem Fluss Als Kain seinen Kindern [170] erklären wollte, warum wir immer weiterzogen erfand er einen Engel der uns weggeschickt hatte die Welt zu entdecken und überall für die Tiere und die Pflanzen zu sorgen Und zur Zeit Methusalems hatten seine Enkelkinder die Geschichte noch weiter ausgebaut, denn [180] wenn Adam und ich die Ersten waren die etwas Falsches getan hatten dann musste offenbar auch erzählt werden, wer als Erster einen Menschen getötet hatte Kein Tier, um es zu essen beim Festmahl, und im Winter wenn es kaum anderes zu essen gab Nein, einen Menschen! Miriam schüttelt den Kopf und sieht Rebekka an Und das wurde Kain einfach so [190] in die Schuhe geschoben! Ihm wurde für die Mordgeschichte ein Bruder zugeteilt Über diesen Bruder wurde nichts Besonderes erfunden, er ist lediglich eine Pappfigur die keine Sprechrolle hat denn seine Rolle besteht nur darin ermordet zu werden [200] Zur Belehrung und Unterhaltung Das führte jedoch zu einem Problem Eine Frage des Ehrgefühls Denn der Erzähler wollte nicht von einem Mörder abstammen! Also gut, erfand er einen weiteren Bruder! Was bedeuten Fakten schon in einer Geschichte? Sie nannten unseren dritten Sohn Set [210] Ihm wurde Kains Leben zugeteilt jedoch ohne den Brudermord. Schließlich war er erst danach 'geboren' worden Und nun war er es der Bäume züchtete Bohnen und Gräser mit essbaren Samen Nun war er es der Kanäle grub und ein Haus aus Lehm baute [220] mit einem stabilen Dach Nun war er es der Werkzeuge und Bettgestelle herstellte während die Nachkommen Kains anderswo lebten, obwohl sie fast die gleichen Namen trugen Das ist eine Nachlässigkeit in der Geschichte Warum die Namen nicht geändert? Glücklicherweise bot die Sintflut [230] eine Lösung: Kains Nachkommen ertranken, und von Sets Nachkommen wurde Noah von Gott gerettet Beim Wort Noah blickt Emzara auf Während Lilith weiterredet, steht sie auf und stellt sich neben Lilith So windet sich die Fortsetzung wie eine Schlange durch die Fakten als poetische Zusammenfassung der Evolution, vom Nichts zum Menschen, vom Herumziehen zu einem festen Wohnsitz mit Gebräuchen und Verhaltensregeln [240] bis sie erschüttert werden Lilith legt Emzara einen Arm um die Schulter EMZARA [241-284] [E48] [L230] [M6] Ein fester Wohnsitz... Zum Glück hatten wir keins Als die Sintflut kam waren wir auf der richtigen Seite der Berge Unsere Verwandten und Freunde aber nicht Gott hat uns verschont, sagte Noah Er ging mal nachsehen [250] Da war nichts zu sehen nur Wasser, sagte er Traben da Leichen herum? fragten wir Er zuckte mit den Schultern Nicht, dass ich welche gesehen hätte sagte er. Sem wollte das nicht glauben Er fantasierte darüber Später, als er Kinder hatte erzählte er ihnen seine Version als sie ins Bett gingen [260] und machte daraus ein Märchen Wir hatten keinen festen Wohnsitz sagte er, außer in dem einen Jahr als die Sintflut kam da hatten wir eins in einem sehr großen Boot das Großvater gebaut hatte um uns zu retten, und es gab Gehege für alle Tiere Damals führten wir ein ganz anderes Leben [270] in diesem großen Boot, nun ja Gebräuche, Gewohnheiten... Wir wären vor Langeweile erstarrt wenn wir nicht so beschäftigt gewesen wären, die Tiere zu füttern und die Gehege sauber zu halten So erzählte er das Dass es draußen absolut nichts zu sehen gab Nur Wasser, überall Wasser [280] Auch das Paradies war überflutet Emzara hält einen Moment inne Lilith, du weißt das du warst im Paradies Wie war es dort? Wo lag es? LILITH [285-296] [L242] [E48] [M6] Das war, als wir jung waren und ständig aneinander dachten Als wir noch unbekümmert lebten Ohne Sorgen um die Zukunft unseres Kindes [290] Es war kein besonderer Ort nur: ein fruchtbarer Ort Es war eine Lebensweise Zusammen sein Gemeinsam genießen Harmonie Frieden EMZARA [297-469] [E221] [L242] [M6] Wir Herumziehender sehen das Paradies vor allem als ein Leben in Frieden [300] in einem Land ohne Feinde Ein freies Land, weit mit grünen Wiesen und Nuss- und Obstbäumen Ich kenne drei Paradiese Eines im Norden: das Zweistromland Eines im Süden: das Flussdelta Und eines in der Mitte: [310] hier, wo wir sind das Flachland das verflucht wurde dennoch: ein Paradies, letztendlich unser Land, leider verflucht von uns selbst - absurder kann man es sich nicht ausdenken! Natürlich war es falsch Was rede ich da! Tot! Ich wollte tot sein! [320] Mein eigener Sohn, ausgerechnet! Wie eine Schlange schlüpfte er ins Innenzelt, zog mich mit sich zum Bett und wand sich aus seiner Haut Aufgeregt riss er an meinen Kleidern, zwang mich auszuziehen und sah mich wütend an damit ich schwieg [330] Außerdem war niemand zu Hause und ich wagte es nicht meinem Mann davon zu erzählen Frauen werden für weniger verstoßen, und ich konnte es nicht Ich war nichts mehr, tot ja, ich wollte tot sein Woher nahm ich die Kraft aufzustehen und mich zu waschen das Abendessen zu kochen [340] und so zu tun als wäre nichts passiert und alles vorbei und er würde nicht zurückkommen? Wäre er doch nur... Schließlich hörte es auf Seine Brüder erwischten ihn und erzählten es ihrem Vater Der nichts unternahm Nicht einmal, als sich herausstellte [350] dass ich schwanger war All die Monate der Anspannung Wachsende Wut in seinem Bauch Das Baby hatte dasselbe Gesicht und denselben Körperbau wie Ham Welche Gewissheit konnte das geben über die Vaterschaft? Für Noah aber war es klar Er tobte, schrie wilde Laute aus [360] um nicht zu fluchen Doch einen Fluch erlegte er schon! Wohlüberlegt, am Tisch - die Männer und ich im Kreis und das Baby auf meinem Schoß Er ignorierte Ham und traf ihn am schlimmsten indem er auf das Kleine zeigte und ganz ruhig sagte: Kanaan und all seine Nachkommen [370] werden den anderen dienen den Völkern Sems und Japhets Es war eine Strafe Gottes Was hätte er sonst tun sollen? Seine Ehre war geschändet worden und er war alt, nicht mehr so hart wie während der Sintflut Wie Sem es erzählte hätte es so passieren können Dass er oben an Deck stand [380] und die Ohren verschloss vor seinen Geschwistern und vor seiner Nichte die ihr kleines Baby tauchte in das steigende Wasser das ihr bis zu den Lippen reichte Das Vieh und die Vögel waren bereits abgesoffen Es war eine Strafe Gottes Wir saßen im Inneren des Bootes [390] und hörten von Zeit zu Zeit Wasser blubbern, letzte Atemzüge Von Menschen, die wir kennen Omas Eltern waren zu alt um zu uns zu kommen, erzählte Sem, und er machte daraus eine Gruselgeschichte, mit die Nichte und mit meinen Schwestern Meine süßen Schwestern... die in Sems Vorstellung [400] am Ufer standen und riefen um mitkommen zu dürfen Aber, mit Mama und den Tanten solltet ihr nicht darüber reden, versicherte Sem ihnen: ihr versteht das doch sie haben ihre ganze Familie verloren Das ist ein sensibles Thema ihr solltet sie damit nicht traurig machen Sie konnten wirklich nicht mitkommen! Opa musste hart sein [410] Es war unmöglich, alle zu retten Das Boot war schließlich nicht so groß Und bei wem sollte er die Grenze ziehen? Obendrein war es nicht seine Idee So musste es von Gott sein Der wollte neu anfangen eine neue Welt sozusagen Für die Kinder war es real auch wenn Sem es sehr erzählte Als merkwürdige Vorfälle [420] die man aus der Ferne beobachtet, so wie ich glaube, dass Gott die Menschen betrachtet mit Verwunderung Kurze Sprechpause Nun, Sems Geschichte ist nicht gänzlich gelungen denn so wie er sie darstellte ist Gottes Plan gescheitert Es gab keinen Neuanfang, keiner reine Tisch Wir acht blieben, wer wir waren und unsere Kinder waren nicht so fromm wie Noah und ich Wäre das mit Ham doch nur nicht passiert... Kurze Sprechpause Der Fluch wurde natürlich an die Kinder von Sem und Japhet weitergegeben Und sie hielten sich für gute Menschen Um mich, die Oma, und meine Anständigkeit zu schonen, redeten sie drumherum, was genau geschehen war In ihrer Geschichte beschränkten sie die Scham auf das Sehen der Nacktheit Noahs und, Gott sei's geklagt die Schuld dafür schoben sie ihm! Als ob es rührend wäre dass er, der großartige Vater der Menschheit getrunken hätte! Übrigens, ein Ackerbauer mit einem Weingarten war er nie! Aber Kinder glauben alles Und mit dieser Geschichte machten sich Sem und Japhet zu besseren Menschen als ihr frommer Vater Alles Lügen! Auch zu meinem Besten sagten sie, ja, wenn du zu den Männern gehörst, für die Frauen Verführerinnen sind In den besten Familien kommt es nicht zu Vergewaltigung und wenn doch muss die Frau schuldig sein Schuldig, selbst wenn sie deine Mutter ist Und nun sitze ich hier, außerhalb der Stadt im Land Kanaans mein jüngster Sohn Jerusalem, Stadt des Friedens MIRIAM schüttelt ihr Haar zurück [M7] [L242] [E221] [470] Jerusalem, Jerusalem... EMZARA [471-473] [E204] [L242] [M7] ...so wurde sie benannt, oh, möge das nicht Krieg bringen! Denn einen Fluch kann man nicht aufheben... LILITH [474-477] [L246] [E224] [M7] Oder doch. Ein wenig schon Denn der Gott Noahs erließ damals ja, schon damals, sein Fünftes Gebot: Du sollst nicht töten! MIRIAM [478-481] [M11] [L246] [E224] Vielleicht wollte Noah Kanaan schützen [480] vor übermäßiger Unterdrückung durch die anderen Rebekka [482-521] [R40] [L246] [E224] [M11] Jerusalem, Jerusalem... ist keine Stadt des Friedens sondern ein grausamer Fels Es ist die Hölle! Dort unten, in der Schlucht des Hinnomtals befindet sich das Tor zur Hölle! Inmitten all dieser alten Gräber - nahe der Unterwelt [490] Hierher kamen die Könige Ahas und Manasse um ein Opfer darzubringen bevor sie zu einem neuen Krieg aufbrachen Sie opferten dem himmlischen König damit Er ihnen als irdische Könige den Sieg gewähre In vollem Ornat kamen sie, zum Überwachen des Baus des langen Grabens und dessen Füllung mit trockenen Ästen [500] die kurz vor der Zeremonie entlang der gesamten Strecke angezündet wurden Eltern hatten eines ihrer Kinder einen Sohn oder eine Tochter, bestimmt die Prüfung zu ertragen und von Anfang bis Ende durch den Graben zu rennen Die Könige mussten mit gutem Beispiel vorangehen, mussten einen ihrer Söhne bestimmen obwohl sie das Ergebnis kannten [510] Die Teilnehmer verbrannten lebendig und ihr Blut floss weg in der Schlucht, in die Unterwelt Verbrennende Tote, das ist die Hölle Die Propheten erhoben Anklagen doch es dauerte Jahrhunderte bis das Tal zu einer Müllhalde wurde um Opferrituale entgegen zu wirken Und selbst dann wurden noch die Leichen von Verbrechern auf dem Müll entsorgt [520] und in Brand gesetzt Verbrennende Tote, das ist die Hölle LILITH [522-537] [L262] [E224] [R40] [M11] Das Fünfte Gebot funktioniert nicht Und Gott scheint das hinzunehmen Die Menschen müssen es eben selbst herausfinden Es ist etwas mit den Männern los dass sie so leicht den Verstand ihren gesunden Menschenverstand verlieren und anfangen zu streiten [530] Und dann hören sie nicht auf Nuancen und Erklärungen Dann leugnen sie die Tatsachen die ihnen nicht passen Sie winden sich kleinlich und stolz um sie herum; sie sind nicht so weise wie ihre Mutter, ihre Schwestern ihre Frau und ihre Töchter EMZARA [538-541] [E228] [L262] [R40] [M11] Warum glauben so viele Männer sie müssten hart sein? [540] Und wir müssen ehrenhaft sein Und fruchtbar Miriam schließt sich ihnen an REBEKKA [542-545] [R44] [L262] [E228] [M11] Hauptsache, wir haben Söhne! Das ist es, was zählt! Und natürlich wollen sie auch befriedigt werden... LILITH [546] [L263] [E228] [R44] [M11] Und dann können sie ganz zärtlich sein MIRIAM zu Emzara [547-554] [M19] [L263] [E228] [R44] Du warst fruchtbar Ihr hattet drei Söhne Noah konnte zufrieden sein [550] Du sagst, er sei ein harter Mann gewesen Aber im Bett, wie war er dann? Entspannt, sanfter, aufmerksam? Zärtlich? Hattet ihr Spaß? EMZARA [555-558] [E232] [L263] [R44] [M19] Ich erinnere mich nicht mehr so genau Es ist vorbei, etwas Vergangenes Es drehte sich alles um ihn Ich habe mich angepasst LILITH [559] [L264] [E232] [R44] [M19] Und du, Miriam, wie war es für dich? MIRIAM lächelt [560-571] [M31] [L264] [E232] [R44] [560] Ich brauchte keinen Mann, meine Brüder kümmerten sich um die Männer ich regelte die Frauenangelegenheiten Ich mochte es nicht immer aber wir hatten auch viel Spaß Du weißt ja, im Frauenzelt Und während der Nachmittagsruhe kann man es sich so schön machen, wie man möchte Das haben wir auch gemacht ein paar von uns, meine besten Freundinnen [570] Nein, ich brauchte wirklich keinen Mann im Bett! REBEKKA [572-579] [R52] [L264] [E232] [M31] Ich dachte, Abram sei alt, und nicht besonders zärtlich, deshalb dachte ich natürlich an einen der jungen Männer aus unserer Gruppe Es gab gutaussehende Jungs Im wirklichen Leben habe ich sie natürlich gemieden; ich weiß von ihren Fantasien über Frauen; sie starren einen an EMZARA [580-591] [E244] [L264] [R52] [M31] [580] Genau! Wenn ich draußen vor dem Zelt beschäftigt war, und die Männer waren zu Hause, dann legten sie es darauf an mich zu sehen; je attraktiver eine Frau ist desto länger starren sie Und du kannst dich nicht danach kleiden Im Wind falten sich die Kleider immer dem Körper entsprechend Sie schauen, und es kümmert sie nicht dass wir es sehen! [590] Sie schauen, als wären sie der Wind und würden unsere Haut berühren REBEKKA [592-595] [R56] [L264] [E244] [M31] Al jong leerde ik om dwars te zijn Chagrijnig. Alleen bij jonge mannen! Moeilijk doen en brutaal zijn Dat voorkomt handtastelijkheden EMZARA [596-599] [E248] [L264] [R56] [M31] Thuis kun je dat niet! Het ging Cham ook niet om mij Hij had een droomvrouw in gedachten Ja, dan kun je het met iedereen doen LILITH [580-583] [L268] [E228] [R56] [M31] [600] Het gaf Adam een goed gevoel als ik ervan genoot, en dat lukte me beter door er wat romantiek bij te fantaseren EMZARA [538-541] [E228] [L262] [R40] [M11] 297 LILITH [] 305 EMZARA [] 309 REBEKKA 329 LILITH [] 393 REBEKKA 397 LILITH [] 401 REBEKKA 417 LILITH [] 421 REBEKKA 437 LILITH [] 465 REBEKKA 469 LILITH [] 477 REBEKKA 478 EMZARA [] 482 MIRIAM [] 490 LILITH [] 498 MIRIAM [] 499 LILITH [] 519 EMZARA [] 523 MIRIAM [] 539 EMZARA [] 555 LILITH [] 559 MIRIAM [] 563 LILITH [] 591 MIRIAM [] 595 XX LILITH [] 647 EMZARA [] 651 MIRIAM [] 663 EMZARA [] 675 REBEKKA [] 679 LILITH [] 687 REBEKKA [] 691 MIRIAM [] 695 Het was een onzeker leven Prämisse Geschichten verzerren die Ereignisse. Inhaltsangabe Zusammenfassung Jahreszahlen Ein Gespräch über Adam, Noah, Abraham und Moses. Durch Erzählungen über unsere Vorfahren geben wir von Generation zu Generation weiter, dass wir besonders sind im Vergleich zu anderen. Vier Frauen, die dabei waren, erzählen aus ihrem wirklichen Leben. |
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Geschichten sind fließend: |
| Nichts Neues, zum Wohl! | |
| Lustig wiederholen wir -- | |
| Lieblingsgeschichten. | |
| Er is weinig nieuws, | There is little news, |
| we proosten en herhalen -- | we have a toast and repeat -- |
| onze verhalen. | our favourite tales. |
| Menschen verseuchen | |
| ihre Babys sofort mit -- | |
| ihren Geschichten. | |
| Mensen besmetten | Human babies are |
| hun baby's meteen met de -- | infected from birth, with the -- |
| verhaalparasiet. | story parasite. |
| Erzähl Geschichten: | |
| Worte werden zu Welten -- | |
| die wir entdecken. | |
| Vertel verhalen: | Let us tell stories, |
| woorden worden werelden -- | because then words become worlds -- |
| om te ontdekken. | to be discovered. |
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Alles ist eine Fortsetzung |
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Geschichten sind zu schön |
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Vierhundert Schekel Silber |
| Meine Geschichte, | |
| aber die Wirklichkeit ist -- | |
| vage und drohend. | |
| Mijn verhaal is mooi, | My story is nice, |
| maar de werkelijkheid is -- | but the reality is -- |
| vaag en bedreigend. | vague and threatening. |
| Über die Gräber, | |
| über die Zeit: der Efeu -- | |
| aller Geschichten. | |
| Over de graven, | Overgrowing graves, |
| over de tijd heen: klimop -- | overbridging time: ivy -- |
| van de verhalen. | of all the stories. |
| Menschen sagen nach | |
| was ihnen erzählt wurde -- | |
| Kindergeschichten. | |
| Mensen herhalen | People just repeat |
| de verhalen uit hun jeugd -- | the stories from their childhood -- |
| kinderverhalen. | the children's stories. |
| Stichwort Geschichten: Tradition / Ordnung | 5-7-5 |
| Pinsel | BimsSchutt | Regen | Liebes |
| Verdichtet | Zugvögel | Wennlos | Foto |
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